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Vom Tod zum Leben |
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Ein dunkler Tunnel durch den er hindurch mußte. Kontraktionen. Entfernter Lärm, Stimmen. Die Erde war weit weg. Helles Licht blitzte ab und zu auf. Es war als würde ihm die Luft abgeschnürt. Es gab Stimmen und viele Bilder, die sich abwechselten. Es war warm und wohlig. Eine Hülle umschloß ihn, die ihn einlullte. Er wurde jedesmal aufgeschreckt durch die Kontraktionen, die wie ein elektrischer Schlag durch seinen Leib gingen, begleitet von lauten Stimmen und Schreien. Dann wieder Ruhe. Der Weg war noch so lang. Es tat weh. Die Schmerzen waren nicht auszuhalten. Doch er wußte, daß er dadurch mußte, sofern es ihm bewußt gewesen wäre. Es war ein Gefühl wie nichts, was er vorher erlebt hatte. er versuchte so gut wie möglich mitzuhelfen, schaffte es aber nicht. Er sah nichts, er wußte nichts und ahnte nur vage, was ihn erwarten würde. Wie in einer Geisterbahn, die er in entfernter Erinnerung fahren sah, raste er den Tunnel entlang, gepeinigt, von Schmerz und Ohnmacht, den Kontraktionen, und den Schreien der Leute, die um ihn herum standen. Er sah es nicht aber er fühlte, das etwas passierte auf das er keinen Einfluß mehr hatte. Der Lauf der Dinge schien sich ohne ihn abzuspielen wie ein vorgegebenes Pogramm, dessen Objekt er war. Die Versorgung seiner Sinne wurde immer wieder unterbrochen. Plötzlich war es als wäre er auf einer großen Wiese mit vielen Geräuschen, dann wieder in einer engen Kammer, an einer Kante, an der er sich nur mit Mühe halten konnte, Unter ihm nichts und über ihm alles unklar, verschwommen, Dunkel, Ein Licht, Erinnerungen, Töne, Stimmen, die er schon einmal gehört hatte. Die Vorgänge wiederholten sich, wie die Spannung, die seinen Körper zusammenpresste und wieder freigab. Der Druck ließ Teile seines Körpers wie gelähmt erscheinen. konnte sich nicht bewegen, sondern wurde bewegt. Langsam, Dann wie herausgeschleudert. Ein Aufprall, Immer wieder gegen dieselbe Stelle. Hart und spitz, wie eine Nadel drang etwas in seinen Körper ein. . Immer häufiger spürte er jetzt diesen Schmerz. Wie eine Achterbahnfahrt kam es hm vor. Verschwommen daran waren Erinnerungen, die nie richtig auftauchten, die er aber versuchte verzweifelt hervorzuholen. Sie entglitten ihm, bevor er sie richtig festhalten konnte. Die Pausen wurden immer kürzer, er hatte das Gefühl Licht zu sehen. Licht, das ihn erlösen wird von den Schmerzen. Dann Stillstand. Eine Weile passierte nichts. Der Zustand war unbeschreiblich. Nichts. Nicht entspannt, keine Scmerzen, ein Gefühl des Schwebens. Dann ein Geräusch von reißendem Fleisch, Stimmen, die nicht zu ihm gehörten. Schmerzen, die nicht er spürte, sondern nur mitbekam. Schläuche und ein großes zangenartiges Gerät, die er aus der Entfernung betrachtete, Hände, die ihn berührten. Man hob ihn hoch. Er machte die Augen auf: "Es tut so weh J." und schloß sie Augen wieder. Die Geräusche und Berührungen entfernten sich wieder bis sie kaum mehr wahrnehmbar in der Ferne verschwunden waren. Er fühlte das kalte Metall sich um seinen Hals legen, wie die Schnur, die ihm die Luft nahm, dann wurde er mit einem Ruck aus dem Dunkel ins helle Licht gezogen. Es war sein Geburtstag. Das erste Mal auf dieser Welt, die nie wieder so sein wird wie heute bis zu seinem Tod, der ihn wieder ins das Zwielicht führen wird, in dem Tod und Leben so nah beieinander liegen und Schmerz und Erlösung austauschbar sind. Nils Zurawski im Sommer 1996 Gewidmet Christoph Waschke 1966-1995 und Paul Zurawski 1995- Die Geschichte ist für diese beiden Menschen, die sich nie kennengelernt haben, obwohl sich ihre Leben etwa 4 Wochen lang überschnitten haben. |